Margot Käßmann,Das Zeitliche segnen

Der Untertitel des Buches lautet „Voller Hoffnung leben , in Frieden sterben “ .Und dieser Untertitel war mit der Grund, warum ich mich entschieden habe , dieses Buch für die Sachbuch Challenge zu lesen.

Margot Käßmann ist evangelisch – lutherische Theologin und Pfarrerin. Sie war mir aus Interviews und Fernsehporträts bekannt.

Ihr Buch befasst sich , wie der Titel schon sagt ,mit Tod,Sterben und dem Leben.Das Thema ist für mich von persönlichem Interesse,da ich meinen 50. überschritten habe und sich die Todesfälle in Verwandten – und Bekanntenkreis langsam häufen.

Insgesamt 10 Kapitel beleuchten die verschiedenen Aspekte des Themas.

Das erste Kapitel behandelt die momentane Situation in Deuschland. Wie und wo sterben die Menschen , wird darüber geredet  ,welche Möglichkeiten gibt es , wenn jemand sich auf das Sterben vorbereitet (z.B. Hospize und Palliativmedizin ).Die meisten Menschen bei uns sterben im Krankenhaus oft allein.Käßmann plädiert hier für einen bewußten Umgang mit dem Sterben in einer Atmosphäre,die selbst ausgewählt wurde.

Die nächsten 4 Kapitel behandeln die Probleme,die die Angehörigen mit einem unvorbereiteten Tod oder dem Sterben haben können.Themen sind die Begleitung des Sterbenden ,die anschließende Trauerarbeit,die oft hilfreichenn Rituale wie Lieder ,Gottesdienste  ,Grabpflege und das Kapitel Kinder und Tod.Hier hilft nach Meinung der Autorin Offenheit , Zulassen von Trauer und Gefühlen .Es gibt hier keine Patentrezepte , wichtig ist ,sich auf die Situation einzulassen,einen Sterbenden zu begleiten oder zu betrauern.

Die nächsten zwei Kapitel behandeln eher religiöse Fragen nach dem Sinn des Todes .Dabei zeigt Käßmann anhand von eigenen Erfahrungen und Geschichten aus der Bibel , daßs Zweifel ,Angst vor dem Tod und Unsicherheit immer schon die Menschen plagten,und sie Antworten und Hilfe suchten und suchen ,ob sie religiös sind oder nicht. Die Hoffnung auf Auferstehung,die allerdings in einer uns unbekannten Art und Weise stattfindet,erleichtert dem Gläubigen den Blick auf den Tod.

Das nächste Kapitel hat den Einzelnen im Blick,der sich auf seinen Tod vorbereiten kann und sollte.Dazu gehören Patientenverfügung,Testament und Vorsorgevollmacht ebenso wie ein ehrlicher Rücklblick auf das eigene Leben und die Fähigkeit,damit Frieden zu schließen.

Im 9. Kapitel wird die aktive und passive Sterbehilfe behandelt.Die Autorin möchte statt einer Selbsttötung lieber die Möglichkeiten der Palliativmedizin ausgenutzt sehen,die zusammen mit der Patientenverfügung die unnötige Verlängerung von Leiden auch heute schon verhindert.

Das 10. Kapitel schließlich widmet sich dem Leben . Grade die Tatsache,daß das Leben ein sicheres Ende hat ,lässt es uns intensiver und bewusster erleben.

Insgesamt fand ich das Buch trotz seines ernsten Themas nicht bedrückend oder traurig , sondern mutmachend.Mut zum eigenen selbstbestimmten Leben .Mut zu einem bewussten Sterben und zur intensiven Begleitung eines sterbenden Angehörigen.Viele eigene Erfahrungen,die geschildert werden,machen die Aussagen nachvollziehbar .Die religiösen Passagen sind auch für nicht religiöse Menschenverständlich und interessant..

Ich habe jedenfalls durch die Lektüre meinen Blickwinkel auf das Sterben,alte Menschen,Würde des Menschen auch in Heimen ,Trauer und Erinnerungen verändert.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s